„Wie ich aufgehört habe, meinen Gedanken alles zu glauben“

Heute bin ich wieder vor dem Wecker aufgewacht.

Es ist fast jede Nacht das Gleiche.
Plötzlich bin ich hellwach — und mein Kopf startet einen Film aus der Vergangenheit.
Bilder, Gefühle, alte Szenen. Alles gleichzeitig.

Ich nenne es mein ganz eigenes Dolby-Surround-System.
Nur dass hier kein Kinoticket nötig ist — mein Nervensystem übernimmt die komplette Produktion.

Früher hätte mich das komplett reingezogen.
Ich wäre liegen geblieben, hätte jede Szene analysiert, jede Emotion nochmal durchlebt…
und am Ende hätte es mir Stunden meines Tages gekostet.

Heute ist das anders.

Ich halte für ein paar Minuten meine Bars-Punkte, spüre meinen Körper —
und dann stehe ich auf. Mit einem kleinen Grinsen.

Nicht, weil alles perfekt ist.
Sondern weil ich gelernt habe, dass ich nicht jeder Geschichte glauben muss, die mein Kopf mir erzählt.

Ich schaue aus dem Fenster. Die Sonne scheint.
Und plötzlich ist da nicht mehr die Vergangenheit — sondern dieser Moment.

Und dann kommt sie — diese Lust, mich zu bewegen.
Rauszugehen. Meinen Körper mitzunehmen.

Ich ziehe meine Schuhe an und laufe meine Lieblingsrunde.
Schritt für Schritt wird es leiser im Kopf.
Dafür klarer.

Gedanken sortieren sich nicht mehr im Kreis —
sie fließen.

Ideen tauchen auf, fast wie von selbst.
Dieses Gefühl von Flow, das ich früher gesucht habe,
entsteht genau hier: in der Bewegung.

Ich denke an das Wochenende.
An die Jungs meines Freundes.
Daran, wie viel echte, ungefilterte Weisheit manchmal in Kindern steckt.
Wie leicht sich Leben anfühlen kann, wenn man nicht alles zerdenkt.

Und während ich später mit meinem Kaffee in der Hand durch die Wohnung gehe und weiß, dass heute eigentlich Hausputz ansteht,
kommt schon die nächste Frage:

Was kreiere ich als Nächstes in meinem Business?

Früher war mein Kopf mein größter Gegner.
Heute ist er einfach nur ein kreativer Erzähler.

Und ich entscheide, welche Geschichte ich weiterführe.

 

„Wann hast du das letzte Mal deinem Kopf nicht geglaubt, sondern deinem Körper gefolgt?“